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<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="/sheet.xsl"?><rss version="2.0"><channel><title>Track feed for 'link:deacademic.com'</title><item><title>Parlamentarierinnen in der Weimarer Nationalversammlung 1919 – Porträts in 280 Zeichen, Buchstaben T-Z sowie Nachrückerinnen</title><link>https://19jhdhip.hypotheses.org/4115</link><pubDate>Wed, 04 Sep 2019 08:42:08 UTC</pubDate><ns0:encoded xmlns:ns0="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">&lt;details morss_own_score="3.0" morss_score="16.5"&gt;&lt;p&gt;You are seeing this because the administrator of this website has set up Anubis to protect the server against the scourge of AI companies aggressively scraping websites. This can and does cause downtime for the websites, which makes their resources inaccessible for everyone.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anubis is a compromise. Anubis uses a Proof-of-Work scheme in the vein of Hashcash, a proposed proof-of-work scheme for reducing email spam. The idea is that at individual scales the additional load is ignorable, but at mass scraper levels it adds up and makes scraping much more expensive.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ultimately, this is a placeholder solution so that more time can be spent on fingerprinting and identifying headless browsers (EG: via how they do font rendering) so that the challenge proof of work page doesn't need to be presented to users that are much more likely to be legitimate.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Please note that Anubis requires the use of modern JavaScript features that plugins like JShelter will disable. Please disable JShelter or other such plugins for this domain.&lt;/p&gt;&lt;/details&gt;</ns0:encoded></item><item><title>Cuvier testet Lamarcks Evolutionstheorie</title><link>https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/cuvier-testet-lamarcks-evolutionstheorie/</link><description>&lt;p&gt;Mehr als 50 Jahre vor Darwins Buch “Die Entstehung der Arten” stritten die beiden Biologen Georges Cuvier und Jean-Baptiste Lamarck über die Veränderlichkeit der Arten. Im Zentrum ihres Streits standen mumifizierte Vögel, die Napoleon von &amp;#8230; &lt;a href="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/cuvier-testet-lamarcks-evolutionstheorie/"&gt;Weiterlesen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a rel="nofollow" href="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/cuvier-testet-lamarcks-evolutionstheorie/"&gt;Cuvier testet Lamarcks Evolutionstheorie&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a rel="nofollow" href="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften"&gt;Die Sankore Schriften&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><ns0:encoded xmlns:ns0="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">&lt;div class="hentry__content post__content hentry__content--is-content post__content--is-content" itemprop="text" morss_own_score="5.278396436525613" morss_score="75.37422976985894"&gt;
&lt;p&gt;Mehr als 50 Jahre vor Darwins Buch „&lt;em&gt;Die Entstehung der Arten&lt;/em&gt;“ stritten die beiden Biologen &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Cuvier"&gt;Georges Cuvier&lt;/a&gt; und &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Baptiste_de_Lamarck"&gt;Jean-Baptiste Lamarck&lt;/a&gt; über die Veränderlichkeit der Arten. Im Zentrum ihres Streits standen mumifizierte Vögel, die Napoleon von seinem &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptische_Expedition"&gt;Ägyptenfeldzug&lt;/a&gt; nach Frankreich gebracht hatte. 1798 hatten Forscher Napoleons Armee begleitet und Hunderte von mumifizierten Tieren&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; nach Frankreich gebracht, darunter viele Ibisse&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;, Vögel, die von den alten Ägyptern als heilig&lt;sup&gt;3&lt;/sup&gt; verehrt wurden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Cuviers Theorie von der „Korrelation der Organe“&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Cuvier, der Vergleichende Anatomie lehrte, war während dieses Feldzugs in Paris geblieben und hatte mithilfe der Exponate des Nationalen Naturkundemuseums, die Theorie von der „Korrelation der Organe“ entwickelt. Er glaubte, dass bei jedem Tier die verschiedenen Organe in Bau und Funktion genau aufeinander abgestimmt sind, sodass es einem Paläontologen, in gewissen Grenzen, möglich war aus den Überresten eines Tieres das ganze Tier, zu rekonstruieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;„&lt;em&gt;Keiner der verschiedenen Körperteile eines Organismus kann seine Form ändern, ohne eine entsprechende Änderung in anderen Teilen des gleichen Tieres, und folglich weist jedes Teil für sich genommen auf alle anderen Teile hin, zu welchem er gehörte.&lt;/em&gt;“&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Georges Cuvier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cuvier glaubte, dass die Teile eines Tiers perfekt angepasst und so miteinander verbunden waren, dass jede Veränderung an einem der Teile das Überleben des Tiers als Ganzes verhindern würde. Jede Art basiert auf einer idealen Form, die sich im Laufe der Zeit nicht verändern kann. Aufgrund dieser Argumente glaubte er nicht an eine Veränderlichkeit der Arten, sondern an eine „Konstanz der Arten“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lamarcks Theorie von der Veränderlichkeit der Arten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Lamarck&lt;sup&gt;4&lt;/sup&gt; glaubte, dass die Arten an ihre Umgebung angepasst waren. Er nahm an, dass eine Lebenskraft&lt;sup&gt;5&lt;/sup&gt; die Tiere dazu veranlasste sich anzupassen, und dass diese Anpassungen von dem Gebrauch oder Nichtgebrauch der entsprechenden Organe abhängig sind, ähnlich, wie sich Muskeln an Übung anpassen. Er glaubte, dass diese Veränderungen erblich sind und so langsame Anpassungen an die Umgebung verursachten. Ein Konzept, das heute als &lt;a href="http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1106505"&gt;phyletischer Gradualismus&lt;/a&gt; bekannt ist. Die Lebenskraft trieb die Arten dazu an, sich weiterzuentwickeln und auf einer Stufenleiter der Komplexität aufzusteigen.&lt;/p&gt;
&lt;figure&gt;&lt;a href="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/files/CuvierLamarckPortr%C3%A4ts-e1540400870418.png"&gt;&lt;img src="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/files/CuvierLamarckPortr%C3%A4ts-e1540400870418.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;span&gt;Credit: Curtis C, Millar CD, Lambert DM (2018) The Sacred Ibis debate: The first test of evolution. PLoS Biol 16(9): e2005558. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.2005558&lt;/span&gt; (A) Georges Cuvier (1769–1832) und (B) Jean-Baptiste Lamarck (1744–1829)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Cuvier untersucht die mumifizierten Ibisse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Der Zoologe &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tienne_Geoffroy_Saint-Hilaire"&gt;Étienne Geoffroy Saint-Hilaire&lt;/a&gt;, der Napoleon nach Ägypten begleitet hatte, brachte Cuvier zwei mumifizierte Ibisse, später kamen weitere Exemplare hinzu. Cuviers Assistent Rousseau setzte das vollständige Skelett eines mumifizierten Ibisses zusammen. Cuvier verwendete dieses Skelett (und andere lose Knochen der Ibismumien), um die mumifizierten Vögel sorgfältig zu messen. Er verglich diese Messungen mit den Messungen an Knochen verstorbener Ibisse seiner Epoche und stellte fest, dass sich die Gestalt des Ibisses im Laufe der Zeit nicht verändert hatte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Cuvier verglich die mumifizierten Knochen mit Skeletten von sechs Exemplaren einer anderen Vogelart mit ähnlicher Gestalt. Diese Exemplare hatten die gleiche Färbung, Körpergröße und vor allem einen gebogenen Schnabel. Er bezog zwei Exemplare einer bekannten Storchart (&lt;em&gt;M.ibis&lt;/em&gt;) in die Analyse mit ein. Er dokumentierte alle diese Messungen sorgfältig. Er entdeckte in einer Ibismumie auch einige einzigartig geformte schwarze Schwanzfedern. Diese Federn sahen genauso aus wie die Schwanzfedern der damals lebenden Ibisse und waren für Cuvier ein weiteres Indiz für die Artkonstanz der Ibisse.&lt;/p&gt;
&lt;figure&gt;&lt;a href="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/files/Ibis-e1540400970255.jpg"&gt;&lt;img src="https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/files/Ibis-e1540400970255.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;span&gt;Credit: By Christiaan Kooyman [Public domain], from Wikimedia Commons&lt;/span&gt; Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Heilige Ibis-Streit in der Französischen Akademie der Wissenschaften&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
1802 präsentierten&lt;sup&gt;6&lt;/sup&gt; Lamarck und Cuvier, gemeinsam mit Comte de Lace´pède, die mumifizierten Ibisse der Französischen Akademie der Wissenschaften [1]. Bezugnehmend auf die Ibismumien bemerkte de Lace´pède: „Diese Tiere sind denen von heute vollkommen ähnlich“. Cuvier beschrieb den Mangel an Veränderung in den Ibismumien wie folgt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Wir beobachten sicherlich keine größeren Unterschiede zwischen diesen Kreaturen und denen, die wir heute sehen, als zwischen menschlichen Mumien und heutigen menschlichen Skeletten.“ &lt;/em&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Cuvier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während Cuvier und Lamarck darin übereinstimmten, dass seit der Zeit der alten Ägypter keine erkennbaren Veränderungen bei den Ibissen stattgefunden hätten, führten ihre gegensätzlichen Ansichten über die Konstanz der Arten dazu, dass sie sich über die Bedeutung dieses Befunds stritten. Lamarck bestand darauf, dass ausgedehnte Zeiträume mit sich ändernden Umweltbedingungen erforderlich seien, um die langsamen, allmählichen Veränderungen (Transmutationen, wie er sie später nannte) in Tieren zu beobachten. Lamarcks Argumentation war, dass ein Zeitraum von 3000 Jahren nicht ausreichen würde, um evolutionäre Prozesse zu beobachten, da sich die Umweltbedingungen in Ägypten während dieser Zeit nicht geändert hatten. Er sagte:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„&lt;em&gt;Es wäre in der Tat sehr seltsam, wenn es anders wäre; denn die Lage und das Klima Ägyptens sind noch immer fast so, wie sie damals waren. Nur konnten die Vögel, die dort leben, noch unter den gleichen Bedingungen wie zuvor, unmöglich zu einer Änderung der Gewohnheiten gezwungen w&lt;/em&gt;erden „.&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Lamarck&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cuvier räumte ein, dass nur 2.000 höchstens 3.000 Jahre verstrichen waren (diese Schätzung wurde kürzlich bestätigt [2]), aber er leugnete, dass es in längeren Zeiträumen zu Veränderungen kommen würde. Er argumentierte, dass längere Zeiträume einfach die Summe der Änderungen in kürzeren Zeiträumen enthalte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die damals anwesenden Wissenschaftler ging der Streit zugunsten Cuviers aus, denn sie sahen in seinen Messergebnissen ein starkes Indiz für die Konstanz der Arten. Lamarcks Evolutionstheorie war bei diesem Streit zwar nicht widerlegt worden, aber sie hatte unter Lamarcks Fachkollegen keine Anhänger gewinnen können. Folglich hatte die Evolutionstheorie in den nächsten Jahrzehnten einen schweren Stand bei den Biologen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fußnoten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Sie brachten mumifizierte Katzen, Schakale, Hunde, Krokodile, Schlangen und andere Vögel mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Ibis"&gt;Heiliger Ibis&lt;/a&gt; (&lt;em&gt;Threskiornis aethiopicus&lt;/em&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Die alten Ägypter verehrten den Ibis als eine Manifestation von Thoth, dem Gott der Weisheit und des Schreibens. Bilder von Ibis wurden in Hieroglyphenschriften und als Amulette und Statuen für Thoth verwendet. Ab der Spätzeit (ca. 7. Jahrhundert v. Chr.) wurden diese Vögel als Opfer für Thoth mumifiziert. Im Allgemeinen wurden sie, sobald sie getötet worden waren, mit Salzen ausgetrocknet und mit Ölen und Harzen bedeckt. Die eingewickelten Vögel wurden dann typischerweise in großen Tongefäßen versiegelt – manchmal zwei oder mehr in einem Topf. Andere wurden in Holzsärge gelegt oder mit einer Schicht aus Kartonage (ähnlich „papier-ma che“) bedeckt, die verputzt und bemalt wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Lamarck ist heute leider nur dafür berühmt, fälschlicherweise an die „Vererbung erworbener Eigenschaften“ geglaubt zu haben. Umso wichtiger ist es zu würdigen, dass er fünfzig Jahre vor Darwin ein wichtiger Theoretiker und Verfechter der Evolution war. 1809 beschrieb er in seinem Buch „&lt;em&gt;Philosophie Zoologique&lt;/em&gt;“ eine Theorie der Transmutation der Arten. Das war 50 Jahre vor Darwins Buch „&lt;em&gt;Die Entstehung der Arten&lt;/em&gt;“ (1859).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;5. Der Begriff Lebenskraft (lateinisch &lt;em&gt;Vis vitalis&lt;/em&gt;) war in seiner Entstehungszeit sehr populär und wurde oft auch wenig spezifisch gebraucht, als weitverbreiteter Platzhalterbegriff für unverstandene körperliche Vorgänge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;6. Debatten wie diese fanden im späten 18. / frühen 19. Jahrhundert oft in öffentlichen Räumen wie den Hallen des Pariser Museums statt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Weiterführende Literatur&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://scilogs.spektrum.de/hyperraumtv/was-uns-mumien-erzaehlen/"&gt;Was uns Mumien erzählen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. &lt;a href="https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.2005558"&gt;Curtis C, Millar CD, Lambert DM (2018) The Sacred Ibis debate: The first test of evolution. PLoS Biol 16(9): e2005558.https://doi.org/ 10.1371/journal.pbio.2005558&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. &lt;a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352409X15301243?via%3Dihub"&gt;Wasef S, Wood R, Ikram S, Curtis C, Holland B, Willerslev E, Millar C, Lambert DM. (2015) Radiocarbon dating of Sacred Ibis mummies from ancient Egypt. J Archaeol. Sci., 4: 355–361.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
</ns0:encoded><pubDate>Wed, 24 Oct 2018 18:06:03 UTC</pubDate></item><item><title>Kurzbegriff für Herzinfarkt eines Anwalts? Advocard!</title><link>http://philorama.blogspot.com/feeds/4649300079134403157/comments/default</link><ns0:encoded xmlns:ns0="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">Der Begriff "advocard" setzt sich zusammen aus "Advokat", einem veralteten Begriff für "Rechtsanwalt" und "myocard", &lt;a href="http://biologie.deacademic.com/2601/Myocard"&gt;medizinisch &lt;/a&gt;für "Herzmuskel". Andere Deutungsversuche müssen in den Bereich der Fabel verwiesen werden, einem Lieblingsgebiet der Werbebranche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum eine Rechtschutzversicherung, die doch eigentlich die Zufriedenheit ihrer Kunden als oberstes Ziel ansehen sollte, sich einen derart negativ besetzten Namen zulegt, muss im ersten Schritt mit Verwunderung zur Kenntnis genommen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass aber diese Versicherung aus ihrem unglücklich gewählten Namen auch noch ein Programm macht und zielsicher bei den anwaltlichen Leistungserbringern ihrer Kunden für permanenten Bluthochdruck sorgt, das muss mit ungläubiger Verachtung und allseitiger Warnung, mit diesem Unternehmen in geschäftlichen Kontakt zu treten, bedacht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Verfasser hat vor Jahren schon seinen &lt;a href="http://philorama.blogspot.de/2008/01/musterschreiben-rechtschutzversicherte.html"&gt;Unmut über die Geschäftspraktiken&lt;/a&gt; der Rechtschutzversicherer veröffentlicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stein des Anstoßes für diesen Beitrag ist allerdings ein Schreiben der Versicherung, deren Name besser nicht genannt werden sollte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-iiUxKDZHxeI/VcN9fdUiMrI/AAAAAAAACgM/W2MrgbTjFRA/s1600/AdvoCard.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-iiUxKDZHxeI/VcN9fdUiMrI/AAAAAAAACgM/W2MrgbTjFRA/s320/AdvoCard.JPG" width="244" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Darin heißt es wortwörtlich:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Vergleich wurde zur Abgeltung aller Ansprüche geschlossen. Wir bitten daher noch um Erstattung der anteiligen, in den € 2.700,- enthaltenen Geschäftsgebühr."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorausgegangen war ein Wald-und Wiesen-Fall. A macht gegen B eine Summe X geltend. B lehnt ab. A klagt gegen B. Als nebenforderung macht A gegen B auch die vorgerichtlichen Anwaltskosten aus dem Streitwert X geltend (Geschäftsgebühr). Im Termin vergleichen sich A und B über die Summe Y. Im Vergleich heißt es "zur Abgeltung aller streitgegenständlicher Forderungen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich selbst bin nun seit mehr als 15 Jahren anwaltlich tätig. Mein älterer Kollege hat schon mehr als 40 Jahre lang als unabhängiges Organ der Rechtspflege fungiert, also nicht als Staatsanwalt, gleich welchen Ranges.&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk"&gt;(!)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weder ihm noch mir ist jemals nach einem deratigem (und durchaus üblich formulierten) Vergleich eine ähnliche Reaktion einer Rechtschutzversicherung vorgekommen. Der Kollege schlägt vor, ich solle die A...card anschreiben und darauf verweisen, sie möge sich mit ihren Ansprüchen an ihren Versicherungsnehmer wenden, da zwischen unserer Kanzlei und der Versicherung schließlich keinerlei vertragliche Beziehungen bestünden. Natürlich müsste man dem Mandanten in einem Begleitschreiben erläutern, was man von dem Ansinnen der Versicherung hält. Man könnte auch dezent darauf hinweisen, dass auch andere Versicherungen hübsche Schadenssachbearbeiter und Schadinnensachbearbeiterinnen hätten. Das ist ein Vorschlag eines Praktikers mit jahrzehntelanger Erfahrung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil das Wetter so schön ist und ich mir draußen keinen Sonnenbrand holen wollte, habe ich mir die Mühe gemacht mit dem bekannten Rechtsexperten Prozessor G. Oogle zu chatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit ersichtlich ist auch G. Oogle &amp;nbsp;ein ähnlicher Fall seitens einer Rechtschutzversicherung noch nicht untergekommen, zumindest nicht auf den vorderen Plätzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber in der Rechtsprechung findet sich eine Entscheidung des OLG Koblenz vom 18. 11.2013, der die Abgeltung der außergerichtlichen Geschäftsgebühr im Rahmen des Kostenfestsetzungsverfahrens betrifft. Diese Entscheidung hat Herr Kollege Norbert Schneider &lt;a href="http://www.iww.de/rvgprof/gebuehren-im-zivilrecht/gebuehrenanrechnung-prozessvergleich-abgeltung-von-gegnerischen-vorgerichtlichen-anwaltskosten-eindeutig-regeln-f74526"&gt;hier &lt;/a&gt;vorgestellt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; line-height: 21px;"&gt;Der Einwand des Beklagten, die Vergleichsformulierung "zur Abgeltung aller streitgegenständlichen Forderungen" belege die Einbeziehung, greift deshalb zu kurz, weil die Anwaltskosten als bloße Nebenforderung geltend gemacht wurden. Auch aus dem Gebrauch des Plurals (Forderungen) lässt sich im vorliegenden Fall nichts Entscheidendes herleiten, weil in der Hauptsache über mehrere Forderungen gestritten wurde. Nach dem Wortverständnis des Beklagten hätte die Formulierung näher gelegen, dass der Vergleichsbetrag "zur Abgeltung aller Forderungen" gezahlt werde. Allerdings wäre auch dann der Anrechnungsumfang offen geblieben."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; line-height: 21px; margin: 0px; padding: 0px;" /&gt;&lt;div&gt;Kurz und gut. Auch rechtlich ist die Forderung mehr als fraglich. Und mein Blutdruck ist auch wieder im Normbereich.&lt;/div&gt;</ns0:encoded><pubDate>Thu, 06 Aug 2015 15:58:00 UTC</pubDate></item></channel></rss>